Trommler

    Gustav 

    Ritter Gustav
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    Anm: Die Wiederentdeckung der Rittertugenden ging im 19. Jahrhundert so weit, daß man sogar erwog den eisernen Gustav, die Nachbildung eines Ritters mit herauslaßbarem Mehrladebolzen, in Produktion gehen zu lassen. Massive Einwendungen von Schulbehörden verhinderten eine Entwicklung, von der sich die Militärs eine Potenzierung ihrer Schlagkraft versprachen.  Aus:  “Halbritters Waffenarsenal” 

Rittersleut (C)

C   Zu Grünwald im Isartal,
Am  Glaubt es mir, es war einmal,
Dm  Da ham edle Ritter g'haust,
G7   Dene hat's vor garnix graust.
C   Ja so warn’s. Ja so warn’s.
    Ja so warn’s die alten Rittersleut.
    Ja so warn’s. Ja so warn’s,
G7 C die alten Rittersleut

 2.Gsuff'n ham's und des net wia,
Aus de Eimer Wein und Bier,
Ham's dann alles gsuff'n ghabt,
Dann san's unterm Tisch drunt gflaggt.

 3.Hatt' ein Ritter den Kattarrh,
Damals warn die Mittel rar,
Er hat der Erkä¤ltung trotzt,
Hat in seine Rüstung g'rotzt.

 4.So ein alter Rittersmann
Hatte sehr viel Eisen an,
Die meisten Ritter, muaß ich sag'n,
Hat deshalb der Blitz erschlag'n.

 5.Ritt' ein Ritter auf sei'm Roß,
War das Risiko sehr groß,
Hat das Roß 'nen Hupfer do,
Lag im Dreck der guate Mo.

  6.Einst ein Ritter Kunibert,
Hockte sich verkehrt aufs Pferd,
Wollte er nach hinten seh'n,
Braucht' er sich nicht umzudrehn.

 7.Und das Ritterfräulein Stasi
hot am Arsch a Wasserblasi
doch das kam vom Keuschheitsgürtel
den trug sie am hintern Viertel.

 8.Auf der grönen Ritterwiese
macht ein Ritter pieße, pieße
plötzlich flog einStein, o Schreck
und das schöne Ding war weg.

 9.Auch für Wein, Weib und Gesang
Schwärmte jeder Rittersmann.
Schwärmt er für Gesang allein,
Mußt er schon ein Siebz'ger sein.

10.So ein früh'res Ritterweib
War dem Manne niemals drei,
Dem Ritter war das einerlei -
er war auch nur halbetrei.

 11.D' Ritter, die warn lustige Leut
In der guten alten Zeit,
's war ja no a schöners Lebn,,
's hat no koa Finanzamt gebn.

 12.D' Ritter waren auch sehr reinlich,
Jeder Dreck war ihnen peinlich,
Waren auf sich selbst bedacht,
Selten habn s' in d' Hosn gmacht.

 13.Wenn die Ritter lange ritten,
Habn sie sich oft aufgeritten,
Ach der Wolf tat gar so weh,
Schrien oft Herrjemine.

  14.Ging ein Ritter mal auf Reisen,
Legt' er seine Frau in Eisen,
Doch der Knappe Friederich,
Der hatte einen Diederich.

 15.Ritter Franz von Künzelsau
Hatt' eine tätowierte Frau,
Wenn er nachts net schlafen kann,
Dann schaut er sich die Bilderln an.

 16.Und ein Ritter Alexander,
Rutscht' herunter Stiagenglander,
Doch stand da ein Nagel vor,
Jetzt singt er im Knabenchor.

17.Mußt' ein Ritter einmal pieseln,
Ließ er's in die Rüstung rieseln,
Hatt' er das Visier net offen,
Ist der arme Kerl ersoffen.

  18.Wollt' ein Ritter einmal schnackseln,
Mußt' er aus der Rüstung kraxeln,
Dabei ward ihm der Spaß verdor'm,
Deshalb san's heut ausgestor'm.

 19.Und der Ritter Habenichts,
Der hat nämlich wirklich nichts,
's einzige, was der Ritter hott,
Ist ein chronischer Bankrott.

20.Magistrate, wie bekannt,
Gab es nicht im Ritterland;
Wollte einer etwas hab'n,
Lauert' er im Stroß'ngrab'n.

21.Und der Ritter Friederich,
Der wütete ganz fürchterlich,
Weil in seinem Blechgewand
Eine Wespe sich befand.

 22.Ehescheidungen im Rittersland
Warn den Rittern unbekannt;
War die Rittersfrau mal barsch,
Bekam sie eine auf den ... Mund.

23.Ritter Kunz von Kunzenstein
schlief einst auf dem Nachttopf ein
da kam die alte Frau von Kunzen:
“geh abi, laß mi a mol brunzn!”

24.Und das Fräulein Edeltraud
hatte noch die Jungfernhaut
da kam vom Lande der Cousäng
- - - päng, - - -päng.

25.Und der Ritter Kunibul
Herrgott, war das Arschloch schwul,
hot sich in Arsch an Draht einbaut,
damit recht oft der Blitz neihaut.

26.Und das Ftäulein Kunigunde
hielt sich ein paar Pudelhunde
weil die oiden Rittermänner
nimmer richtig schlecken können.

 27.Und das Ritterfräulein Anna,
war von einem Neger schwanger
doch der Vater sprach “o Scheiß
Hauptsach is, es is koi Preiß.”

28.Und das Fräulein Kunigunde
roch gar schröcklich aus dem Munde
bis ihr einst beim Minnedienste
ein Bandwurm aus dem Halse grinste.

29.Und das Ritterfräulein Zenzi
Himmi, war des Weibsbild brenzi
kam ein Ritter in die Näh,
mußt‘ er gleich aufs Kannapee.

30.Ließ ein Ritter einen fahr’n,
wurd’s ihm in der Rüstung warm.
Doch das macht ihm garnichts aus,
er läßt ihn zum Visier hinaus.

31.Und der Ritter Kunibert,
war a Saubär und recht g’schert
schon des morgens in voller Rüstung,
schifft er vom Turm hinab auf d’Brüstung.

 32.Und die Frau vom Rittersmann
hot aus Blech a Hos’n an
wollt ein Ritter fensterln gehen,
mußt‘ er mit der Blechscher gehen.

33.Fiel ein Ritter im Turnier
ward sein Weib darum nicht irr
a Zeitlang hat’s alanig g’haust,
dann hot sie a andrer g’maust.

34.Und ein Ritter aus Norwegen
ließ sich mal den Ast absägen
War der Schmerz auch rießengroß
den Tripper, den war er nun loß.

35.Das Burgfräulein Kunigunde
Roch gar schröcklich aus dem Munde,
Bis ihr dereinst beim Minnedienste
Ein Bandwurm aus dem Halse grinste.

36.Doch der Ritter Xaver
mußte bleibn ein braver
hatte er ein Weib begehrt
hatte ihn sein Bauch gestört.

37.Doch der Ritter Xaver
mußt nicht länger bleibn ein Braver
denn der Xaver tat erfinden
dass die Sach auch geht von hinten.

38. Zu Grünwald drunt' d‘ Rittersleut,
Leb'm nicht mehr seit langer Zeit,
Nur die Geister von denselben,
Spuken nachts in den Gewölben.

39. Und der Ritter Eduard
Hat mal auf sei Dirnd'l g'wart
Nach 3 Stund is no net kumma
Da hat er wieder d'Hand hergnumma.

 40. Früher ham's - ich sag es laut
Oft anand zum Krüppel g'haut
Haben sie sich mal vertragen
Ham's anand zum Ritter g'schlagn.

41. Auch für Wein, Weib und Gesang
Schwärmte jeder Rittermann
Schwärmt er für Gesang allein
Mußt er scho a Siebzger sein.

42. Auch die kleinen Ritter-Kindeln
hatten früher Eisenwindeln
Damit sie lernen  früh die Kunst
Wie man in das Blech nei brunzt.

43. Auch das Ritterfräulein Kitti
Fuhr auf Urlaub nach Thaiti
Zu den Negern mit den langen
Sagenhaften Samenstangen.

44. Auf dem Turm da stand der Wächter
In das Land hinein da späht er
Ob sich ja nicht einer erdreißt
Und ihm in den Burghof scheißt.

 45. Und das Ritterfräulein Roserl
Trug auf d'Nacht a eisern's Hoserl
Drumm nahm der Ritter Kundribit
Zu Ihr steht's a Blech-Scher' mit.

46. Und der Ritter Kunibert
Hat das allergrößte Schwert
An Dingsbums wia an Glockenschlegel
Und Filzläus wia Kanarienvögl.

47. Und der Ritter Friedrich von Steißen
hatte einen Schwanz aus Eisen
um uns dieses zu beweisen
ließ er einen Zug entgleisen.

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